4 Gründe, warum Muttersprachler bei Übersetzungen punkten

Mutter und Kind lesen Buch

Das Muttersprachler-Prinzip. Viele Übersetzungsagenturen werben damit. Sprachdienstleister, die nach dem Muttersprachler-Prinzip arbeiten, lassen ihre Übersetzer ausschließlich aus einer Fremdsprache in die eigene Muttersprache übersetzen.

Warum dieses Prinzip so wichtig ist und wie Muttersprachler bei Übersetzungen punkten, erfahren Sie hier.

 

1. Sprache als Identität

Das kennen Sie vielleicht: Wenn jemand Ihren Namen verwendet, fühlen Sie sich gleich persönlich und direkt angesprochen. Ebenso wie der eigene Name ist auch die Sprachvariante ein Teil der Identität.

Ein Deutschschweizer versteht auch das in Deutschland gesprochene Deutsch. Aber wenn Sie sich als Unternehmen die Mühe machen, Ihre deutschen Texte mit der in der Schweiz korrekten Schreibweise und Zeichensetzung anzubieten, fühlt Ihr Schweizer Kunde sich viel eher wertgeschätzt.

So wie die Verwendung des Namens von Respekt zeugt, verhält es sich auch mit der Sprachvariante.

Ein Muttersprachler eignet sich aus folgendem Grund für Ihre Übersetzung: Er weiß, wie er Ihre Zielgruppe ansprechen muss, und findet automatisch die richtigen Worte.

 

2. Experten in der Zielsprache

Übersetzer übersetzen üblicherweise von einer Fremdsprache in ihre Muttersprache. Und weil Muttersprachler sich mit dieser Sprache perfekt auskennen und damit aufgewachsen sind, haben sie gegenüber Nicht-Muttersprachlern einen entscheidenden Vorteil: Sie kennen mehr Vokabeln, als ein Lernender je kennen wird. Sie kennen sich mit der Grammatik sehr gut aus und sorgen dafür, dass alles korrekt ist.

Muttersprachler haben einfach ein Gefühl für ihre Sprache. Und das in vielerlei Hinsicht. Sie wissen zum Beispiel, wie Texte einer bestimmten Textsorte in ihrer Sprache aufgebaut sind.

Bei ähnlichen Begriffen wissen Muttersprachler eher, welcher Begriff tatsächlich von Ihrem Zielpublikum verwendet wird. In Bezug auf Suchmaschinenoptimierung ist dies besonders wichtig. Und selbst als Synonyme aufgeführte Begriffe sind nicht immer zu hundert Prozent identisch.

Ein Muttersprachler ist mit der entsprechenden Sprache aufgewachsen. Er kennt die einzelnen Wörter nicht nur aus dem Wörterbuch, sondern merkt auch, was für einen Eindruck ein Wort hinterlässt. Hier das richtige Wort auszuwählen ist entscheidend. Denn das hat Auswirkungen darauf, wie sehr sich Ihre Zielkunden mit Ihrem Text identifizieren.

Es macht schließlich einen Unterschied, ob das Wort Kleidung oder Klamotten verwendet wird. In diesem Fall ist die unterschiedliche Wirkung relativ offensichtlich; häufig ist sie jedoch subtiler und nicht so einfach herauszufiltern.

 

3. Konnotationen und richtige Ansprache

Ein Wort sagt mehr aus als das, was im Wörterbuch steht. Bei der Verwendung kann gleichzeitig noch etwas mitschwingen: die sogenannte Konnotation.

Nicht jede Person muss dieselben Konnotationen haben; es gibt auch ganz individuelle. Meist gibt es jedoch konventionalisierte Konnotationen, die innerhalb einer Sprachgemeinschaft übereinstimmen.

Ihr Zielpublikum bemerkt diese Konnotation – und ein muttersprachlicher Übersetzer als Teil derselben Sprachgemeinschaft ebenso, während es für Außenstehende manchmal nicht einfach ist, diese Konnotationen nachzuvollziehen. Denn sie sind eng mit der Kultur, Geschichte und nicht zuletzt mit individuellen Erfahrungen verbunden.

Und auch mit der richtigen Ansprache Ihrer Zielkunden kennt sich ein muttersprachlicher Übersetzer aus. Du oder Sie, Vorname oder Nachname: Eine falsche Verwendung hat zur Folge, dass sich Ihr Zielpublikum weniger direkt angesprochen fühlt. Und wenn Sie etwas verkaufen wollen, ist die richtige Ansprache das A und O.

Erfahren Sie auch, welche Anredeform sich für Kunden im deutschsprachigen Raum am besten eignet.

 

4. Kulturelles Wissen

Sie haben in der Schule viele Jahre Englisch und Französisch gelernt? Oder Spanisch? Dadurch können Sie sich vielleicht super in der Fremdsprache unterhalten – aber das heißt nicht automatisch, dass Sie sich auch mit der fremden Kultur gut auskennen. Und selbst wenn Sie ein Experte in der fremden Kultur sind, so haben Sie doch eher ein Gefühl für Ihre eigene.

Wussten Sie zum Beispiel, dass es in einigen Ländern gesetzliche Regelungen zum Sprachgebrauch gibt? So müssen in Frankreich fremdsprachige Werbeslogans übersetzt werden, damit sich ein französischer Verbraucher stets in seiner Sprache über ein Produkt oder eine Dienstleistung informieren kann.

Von dieser oder ähnlichen Regelungen haben Sie vielleicht schon gehört – ein Übersetzer, der in dem jeweiligen Land aufgewachsen und womöglich noch dort ansässig ist, weiß aber garantiert über alle relevanten Vorschriften Bescheid.

Vielleicht gibt es in Ihrem Online-Shop auch ein besonderes Muttertagsspecial, bei dem Sie ausgewählte Produkte reduziert anbieten. In anderen Ländern, in denen es zwar einen Muttertag gibt, dieser jedoch an einem anderen Tag gefeiert wird, kann es sinnvoll sein, die Rabattaktion zeitlich zu verschieben. Auch hier gilt: Ein Muttersprachler ist ein Experte für kulturelle Besonderheiten und kann Ihnen wertvolle Tipps geben.

Und das ist noch nicht alles. Denn all dies könnte jemand, der zwar nicht mit der Sprache aufgewachsen ist, sie aber gelernt hat, vielleicht noch recherchieren. Aber nur ein Muttersprachler weiß genau, wie das Zielpublikum tickt.

Insbesondere Humor kann sehr kulturspezifisch sein. Und nur ein muttersprachlicher Übersetzer ist in der Lage, die Wirkung Ihres Textes richtig für das neue Zielpublikum zu adaptieren.

 

Machen Sie sich das Muttersprachler-Prinzip zunutze

Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum so viele Übersetzungsagenturen auf das Muttersprachler-Prinzip setzen. Die Übersetzung durch einen Experten in der jeweiligen Sprache bietet sehr viele Vorteile.

Lassen Sie sich diese Vorteile bei Ihren Übersetzungsprojekten nicht entgehen!