Wichtige Faktoren, nach denen sich die Dauer des Übersetzungsprozesses richtet

Eieruhr mit Sandfüllung

Hin und wieder kommt es vor: Sie befinden sich mitten in einem wichtigen Projekt und der Zeitplan ist straff. 

Sie brauchen die Übersetzung Ihres Textes so schnell wie möglich, damit die Designagentur sie vor der Deadline noch in ein ansprechendes Layout setzen kann. 

In einer solchen Situation ist es hilfreich, wenn Sie vorab wissen, nach welchen Faktoren sich die Dauer des Übersetzungsprozesses richtet.

Wie lange braucht der Übersetzer für die Übersetzung?

So ganz pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Natürlich gibt es einen Wert, auf den man durch Recherche relativ schnell stößt: Im Allgemeinen schafft ein Übersetzer 2.000 Wörter pro Arbeitstag. Jetzt denken Sie vielleicht: Klasse, mein Text hat nur 500 Wörter – dann ist er ja in zwei Stunden fertig! So einfach ist es jedoch nicht. Denn bei diesem Wert handelt es sich nur um einen (mehr oder weniger groben) Richtwert. Die folgenden Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle und können diesen Wert beeinflussen:

Komplexität des Textes

Für einen fachsprachlichen Text aus komplexen Bereichen wie Technik oder Jura braucht ein Übersetzer mehr Zeit als für einen allgemeinsprachlichen Text, der zum Beispiel firmenintern darüber informiert, dass der neue Standort bezogen wurde. Auch wenn Ihre Texte komplex sind, so können Sie dem Übersetzer durch zusätzliches Referenzmaterial bei der Übersetzung helfen: Gibt es zum Beispiel eine Liste mit feststehenden firmeninternen Begriffen oder anschauliche Bilder zu Ihrem Produkt? Wenn Sie zusätzliches Material zur Verfügung stellen, muss der Übersetzer auch bei fachsprachlichen Texten weniger recherchieren, wodurch sich Ihr Übersetzungsprozess verkürzt. Ob es sich bei dem Text um einen Fließtext handelt oder um eine Reihe kurzer Stichpunkte, hat ebenfalls Einfluss auf die Geschwindigkeit beim Übersetzen. Stichpunkte lassen sich meist schneller übersetzen – bei einzelnen Wörtern hingegen ist es wieder anders. Denn für die meisten Wörter gibt es je nach Zusammenhang mehrere Übersetzungen. Wenn der Übersetzer nur ein einzelnes Wort sieht, kann er daraus nicht auf den Kontext schließen – und die Übersetzung gleicht eher einem Rätselraten.

Qualität des Ausgangstexts

Der Text, den Sie in die Übersetzung geben, spielt eine entscheidende Rolle – denn darauf basiert die Übersetzung. Achten Sie darauf, dass der Text verständlich geschrieben ist. Wenn selbst Sie als Experte in Ihrem Bereich manche Sätze mehrmals lesen müssen, um sie zu verstehen, wird es dem Übersetzer kaum anders ergehen. Und das kostet Zeit. Auch wenn im Text weniger alltägliche Abkürzungen verwendet werden, braucht der Übersetzer Zeit, um zu recherchieren, für was die Abkürzung eigentlich steht. Womöglich gibt es sogar Abkürzungen im Text, die nur firmenintern bei Ihnen genutzt werden und die sich ohne Ihre Hilfe gar nicht aufschlüsseln lassen. Vielleicht wurde Ihr Text auch mehr oder weniger aus vorhandenen Texten zusammenkopiert und manche Abschnitte passen nicht richtig zusammen. Generell gilt hier eine einfache Regel: Je besser der Ausgangstext, desto leichter und schneller die Übersetzung. Selbst wenn Ihr Ausgangstext makellos ist und Ihr Übersetzer 2.000 Wörter pro Tag übersetzen kann, heißt das nicht automatisch, dass Ihr Text mit 500 Wörtern tatsächlich zwei Stunden nach Auftragsvergabe fertig ist. Denn es gibt weitere Faktoren, die die Dauer des Übersetzungsprozesses beeinflussen. Und es gibt einen bedeutenden Unterschied zwischen den Fragen:  

„Wie lange braucht der Übersetzer für die Übersetzung?“ und „Wann ist die Übersetzung meines Textes fertig?“

Denn in Übersetzungsunternehmen sind nicht nur Übersetzer in den Prozess involviert: Ehe es überhaupt an die Übersetzung geht, bereitet ein Projektmanager Ihren Text für den Übersetzer vor. Wenn der Übersetzer dann den Auftrag erhält, beginnt er mitunter nicht direkt mit der Übersetzung Ihres Textes, da er noch andere Aufträge bearbeiten muss. Und selbst nach der Übersetzung wird noch einmal etwas Zeit benötigt: Um eine hohe Qualität zu gewährleisten, wird der übersetzte Text von einem Lektor gegengelesen. Aber keine Angst:

Selbst auf einen 50.000-Wörter-Text müssen Sie nicht mehrere Monate warten

Ein einzelner Übersetzer kann zwar nur etwa 2.000 Wörter pro Tag übersetzen, aber an Großprojekten können auch mehrere Übersetzer zeitgleich arbeiten, die den Text dann unter sich aufteilen. In Übersetzungsagenturen gibt es für die verschiedenen Sprachen jeweils Sprachteams. Dank spezieller Software kann ein Übersetzer jederzeit einsehen, wie andere Teammitglieder ein bestimmtes Wort übersetzt haben. Kommt ein Wort in Ihrem Text also mehrfach vor, so können alle Übersetzer dieselbe Übersetzung für das Wort wählen. Dadurch liest sich Ihr fertiger Text nachher einheitlich, obwohl verschiedene Übersetzer daran gearbeitet haben.  

Eine allgemeine Aussage darüber, wie lange Sie auf Ihre Übersetzung warten müssen, lässt sich vorab also kaum treffen

Je nach Ausgangstext und der Auftragslage Ihres Übersetzers kann die Dauer eines Übersetzungsprozesses stark variieren. Wenn Sie jedoch das nächste Mal eine Übersetzung benötigen, wissen Sie jetzt, welche Faktoren einen Einfluss darauf haben, wann Sie Ihre fertige Übersetzung erhalten. Einen verbindlichen Liefertermin und die für Ihr Projekt optimale Umsetzung besprechen Sie dann bei Auftragserteilung mit Ihrem Übersetzungsdienstleister.