08. September 2017
Businesswoman dreht Globus über Laptop

Inhaltsverzeichnis

Wenn Sie Kunden aus verschiedenen Ländern auf Ihre Website locken wollen, ist eine Übersetzung unerlässlich. Wenn Ihre Website dann auch noch lokalisiert ist, steht dem Erfolg nichts mehr im Wege.

Im Nachfolgenden finden Sie eine hilfreiche Liste mit acht Aspekten, die Sie bei der Lokalisierung Ihrer Website auf jeden Fall beachten sollten.

1. Währungen, Einheiten

Je nach Land werden Einheiten entweder im angloamerikanischen Maßsystem oder im metrischen System angegeben. Schon bei diesen zwei Systemen ist es so, dass Nutzer des anderen Systems mit dem für sie fremden meist nicht viel anfangen können.

Komplizierter wird es noch, wenn ganz spezielle Einheiten verwendet werden, wie zum Beispiel in Japan ein Flächenmaß, das sich aus der Größe von Reisstrohmatten ergibt – die je nach Region auch noch eine unterschiedliche Größe aufweisen.

Ein Außenstehender lässt sich von solchen Begriffen wahrscheinlich eher abschrecken – Sie wollen jedoch genau das Gegenteil erreichen: Ihr Kunde soll sich auf Ihrer Website vertraut fühlen.

Wenn also auf Ihrer Website Einheiten zum Einsatz kommen, ist es sinnvoll, sie für die Fremdsprachen zu lokalisieren. Ähnliches gilt für Temperaturangaben, die in Grad Celsius oder Grad Fahrenheit angegeben werden, oder – besonders für Online-Shops – Währungen.

2. Schreibweise von Datum, Uhrzeit und Telefonnummern

Auch die Schreibweise des Datums ist von Land zu Land unterschiedlich: mal wird der Tag zuerst genannt, mal der Monat und in anderen Fällen gar die Jahreszahl.

Im Britischen Englisch ist mit der Angabe 05/10/2017 der 5. Oktober gemeint – im Amerikanischen Englisch steht dieselbe Zahlenfolge allerdings für den 10. Mai. Wenn dies auf Ihrer Website also nicht lokalisiert ist, kann es zu großen Missverständnissen kommen.

Es lassen sich auch verschiedene Konventionen bei Uhrzeiten feststellen: So erfolgt eine Zeitangabe entweder im 12- oder im 24-Stunden-System.

Bei der Telefonnummer gibt es ebenfalls landesübliche Formate: Die einzelnen Bestandteile der Nummer werden entweder durch Bindestrich, Schrägstrich oder Leerzeichen getrennt.

Auch wenn eine Telefonnummer nicht lokalisiert wurde, ist für das Zielpublikum meist verständlich, was gemeint ist. Wenn die Schreibweise jedoch entsprechend angepasst wurde, fügt sie sich insgesamt besser in das Gesamtbild Ihrer lokalisierten Website ein und Ihre Kunden stolpern nicht über die unübliche Schreibweise.

3. Lokale Gesetze

Die rechtlichen Vorgaben zu beispielsweise Garantie, Gewährleistung und Rücksendung bei Online-Shops können sich in den verschiedenen Ländern unterscheiden. Unter Umständen müssen für Ihren Online-Shop im Ausland also ganze Absätze angepasst, gelöscht oder ergänzt werden, um den lokalen Gesetzen zu entsprechen.

Auch einige besondere Aktionen des Handels, zum Beispiel der Schlussverkauf, unterliegen in einigen Ländern bestimmten Vorgaben und entsprechende Begriffe können daher in fremdsprachigen Texten nicht in ebensolcher Weise verwendet werden wie in Ihrem Ausgangstext.

In Belgien ist der Schlussverkauf (solden) an einen bestimmten Zeitraum gebunden und darf nicht das ganze Jahr über durchgeführt werden – damit verbunden gibt es auch besondere Sperrzeiten, in denen nicht mit Rabattaktionen und Preisnachlässen geworben werden darf.

4. Symbole, Bilder

Bilder, die als Erklärung und Veranschaulichung dienen, müssen an die jeweilige Sprache angepasst werden, um ihre volle Wirkung zu entfachen.

Werden in einer Anleitung für ein Computerprogramm zum Beispiel Screenshots verwendet, müssen diese für die fremdsprachigen Anleitungen durch Screenshots in den entsprechenden Sprachen ausgetauscht werden.

Dem Nutzer der deutschsprachigen Version eines Programmes bringt schließlich eine Anleitung mit Screenshots vom japanischen Programm nicht viel.

Auch wenn Sie auf Ihrer Website nur Bilder verwenden, um für Abwechslung zu sorgen und die Seite aufzulockern, gibt es einiges zu beachten. Denn wie ein Bild auf Ihren Websitebesucher wirkt, kann auch davon abhängen, aus welcher Kultur er stammt.

5. Schriftfarbe und Farbgebung von Hintergründen

Farben haben eine in der Kultur verankerte Wirkung auf den Betrachter. So können Farben, die in einigen Kulturkreisen als fröhlich und positiv angesehen werden, in anderen genau das Gegenteil bedeuten.

Entsprechend gibt es je nach Land unterschiedliche Farben, die zum Beispiel bei einer Hochzeit oder einer Trauerfeier getragen werden.

Auch wenn die kulturbedingten Unterschiede manchmal gar nicht so groß sind, sollten sie bei der Lokalisierung von beispielsweise Websites nicht außer Acht gelassen werden. Machen Sie sich also Gedanken um die Schriftfarbe und Farbgebung von Hintergründen.

6. Verweise auf berühmte Personen, Werke, Orte und Ereignisse

Bei Verweisen auf berühmte Personen oder Werke, Orte und Ereignisse kann je nach gewünschtem Effekt ein unterschiedliches Vorgehen erforderlich sein.

Erwähnen Sie auf Ihrer Website zum Beispiel den Namen eines für seine malerischen Verse bekannten Dichter, um damit die Einzigartigkeit Ihres Reiseangebots herauszustellen?

Das ist eine großartige Methode – erzielt jedoch nicht den gewünschten Effekt, wenn der fragliche Dichter Ihrer fremdsprachigen Zielkundschaft absolut unbekannt ist. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, eine Entsprechung zu wählen – also einen Dichter, der seinerseits im Zielland für seine malerischen Verse bekannt ist.

Andererseits kann manchmal auch gerade der fremdländische, exotische Effekt gewünscht sein.

7. Zahlungsarten

Auch bei den angebotenen Zahlungsarten sollten Sie aufpassen: Eine Zahlungsart, die in einem Land am häufigsten verwendet wird, kann in einem anderen Land nahezu unbekannt sein.

Auf welche Zahlungsart Ihre Kunden vertrauen, kann auch von der Kultur und dem individuellen Sicherheitsbedürfnis abhängen. Wie sicher ist die Zahlung per Kreditkarte? Ist es in Ordnung, die eigenen Bankdaten auf einer fremden Internetseite einzugeben?

Ob Vorkasse, Sofortüberweisung, Bankeinzug, PayPal, Kreditkarte, Rechnung oder Scheck: Damit Ihre Kunden so in Ihrem Online-Shop einkaufen können, wie sie es aus ihrer Heimat gewohnt sind, sollten Sie in jedem Fall Zahlungsarten anbieten, die im jeweiligen Zielland verbreitet sind.

8. Aufbau der Website

Schließlich kann auch der gesamte Aufbau einer Website in den verschiedenen Kulturräumen unterschiedlich sein. Wo befinden sich üblicherweise welche Schaltflächen?

Und wie viel Text oder wie viele Bilder sollten sich auf Ihrer Website befinden? Abhängig von den Gewohnheiten einer Sprachgemeinschaft kann ein und dieselbe Website auf den einen Betrachter langweilig und leer wirken, auf einen anderen überladen und chaotisch. Ihre Website muss daher entsprechend an das Zielpublikum angepasst werden.

Auch die Anzahl von Elementen, zum Beispiel die Anzahl von Artikeln, die in einem Online-Shop nebeneinander gezeigt werden, sollte beachtet werden – denn wie die Zahl 13 in mehreren europäischen Ländern eine Unglückszahl ist, so steht die Zahl 4 in einigen asiatischen Ländern für den Tod und sollte entsprechend vermieden werden.

Denken Sie bei der Lokalisierung an diese acht Punkte

Denn grundsätzlich verbringt Ihr Kunde schon einmal mehr Zeit auf Ihrer Internetseite, wenn sie in seiner Sprache verfügbar ist – wenn dann auch noch die Maßeinheiten, Schriftfarben und Schreibweisen von Datum, Uhrzeit und Telefonnummern mit den Vorlieben und Gewohnheiten Ihrer Zielgruppe übereinstimmen, fühlt Ihr fremdsprachiger Kunde sich gleich doppelt willkommen.

Im Falle eines Online-Shops erhöht sich dadurch sogar die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kunde tatsächlich etwas kauft. Mit diesen acht Punkten können Sie also nur gewinnen.


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